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Ein dezentrales Museum für Kamen!

Der Kultur Kreis Kamen regt an, in Kamen ein dezentrales Museum einzurichten. Es gibt in der Stadt Kamen relativ viele Leerstände. Alte Bausubstanz in der Kirchstraße, Weststraße, Oststraße, Nordenmauer, Am Geist und andernorts steht vor dem Verfall, ihr Abriß ist absehbar.

 

Nordenmauer 29 2 Kopie

Dem KKK schwebt ein dezentrales Museum für Kamen vor. Das bedeutet, daß im Museum an der Bahnhofstraße durch die Auslagerung einzelner Abteilungen in leerstehende Häuser in der Stadt Platz für eine bessere Präsentation der umfangreichen Bestände geschaffen werden könnte.

Kirchstraße 10 Kopie

Es ist vorstellbar, daß etwa die traditionsreichen Handwerke in Kamen, z.B. Schuhmacher und Leineweber, je ein eigenes Haus bekommen, wo sie in etwa der alten Art präsentiert werden könnten. Gleiches gilt für die Erinnerung an den Bergbau, die Germanen. Der im Haus der Stadtgeschichte freiwerdende Platz könnte anderweitig genutzt werden, z.B. auch, um aus dem umfangreichen Bestand des Archivs die „Urkunde des Monats“ der Öffentlichkeit vorzustellen. Zusätzlich könnte der Eingangsbereich publikumsfreundlicher gestaltet werden (Café, Museumsladen). Selbst eine Touristen-Information fände noch Platz. Solche Häuser könnten an einzelnen Tagen pro Woche geöffnet sein und während dieser Zeit von Handwerkern, die sich mit alten Arbeitsweisen auskennen, betreut werden. Diese Arbeitsmethoden könnten demonstriert werden, Schulklassen (und andere) würden Dinge erfahren können, die dabei sind auszusterben. Des weiteren lassen sich in diesen Häusern viele weitere Veranstaltungen oder auch Mitmachaktionen für Schulklassen organisieren.

Am Geist 2 Kopie

Es möge hier genügen, darauf hinzuweisen, daß sich noch viele weitere Möglichkeiten ergeben werden, sobald solche Häuser in Betrieb genommen werden. Auf diese Weise könnten vom Abriß bedrohte Häuser in der Innenstadt gerettet und zu Schmuckstücken werden, Leerstände verhindert und mehr Leben in die Stadt gebracht werden. Diese Gebäude könnten eventuell auch Vereinen als Vereinsheime zur Verfügung gestellt werden, z.B. gegen die Auflage, sie zu pflegen und für die im Laufe der Zeit notwendig werdenden Reparaturen zu sorgen, zunächst mietfrei, später gegen eine maßvolle Jahresmiete. Diese Häuser könnten durch die Stadt angekauft werden. Gleichzeitig sollte es gelingen, große Teile der Kamener Industrie und des Handwerks hinter der Idee zu versammeln und sie zu bewegen, die Renovierung zu übernehmen. Durch eine geeignete Konstruktion wären diese Kosten steuerlich absetzbar. Erwünschter Nebeneffekt (oder Voraussetzung?) wäre ein höherer Grad der Identifizierung dieser Unternehmer mit ihrer Stadt Kamen. Im günstigsten Fall führte dieses Vorhaben zu einer breiten Bewegung auch in der Bürgerschaft. Das bedarf großer Anstrengungen seitens aller am Wohle der Stadt interessierten Stellen: Politik und Verwaltung, Vereinen, Gruppierungen und einzelner Bürger. Schwer, aber nicht unmöglich, wenn alle an einem Strang ziehen.

(Photos: KKK)

KH
Der Gedanke „Ein dezentrales Museum für Kamen“ läßt sich wunderbar weiterspinnen. Seit 80 Jahren ist bekannt, daß es in Kamen mit der germanischen Ausgrabungsstätte im Seseke-Körne-Winkel die wichtigste archäologische Fundstätte Nordwestdeutschlands für die Erforschung unserer Vorfahren gibt. Ein Symposion in der Kamener Stadthalle im Jahre 2009 unter der Leitung des heimischen Archäologen Dr. Georg Eggenstein stellte als Ergebnis fest, daß die Ergebnisse aus der Kamener Ausgrabung unser traditionelles Bild vom metsaufenden und keulenschwingenden Wilden dringend revidiert werden muß. Und seit langem ist klar, daß Kamen aus dieser Tatsache ein Juwel des kulturellen Lebens (und des Stadtmarketings) machen könnte. Müßte. Angeregt durch das Bergkamener Vorbild, wo man mehr als 15 Jahre brauchte, bis aus der ersten, belächelten, Idee tatsächlich eine römische Holz-Erde-Mauer entstand, liegen auch in Kamen Vorschläge vor. Der Heerener Ortsheimatpfleger Karl-Heinz Stoltefuß griff die Idee eines dezentralen Museums für Kamen des KKK auf und erweiterte sie um einen dreistufigen Vorschlag, den Seseke-Körne-Winkel zu einem Schwerpunkt der Kamener Geschichtsdiskussion zu entwickeln:

  1. Erstellung einer Sonderschau „Germanensiedlung“ im Dachgeschoß des Museums in der Bahnhofstraße;
  2. Pfostenabsteckung des germanischen Langhauses im Seseke-Körne-Winkel;
  3. Rekonstruktion des Langhauses.

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Photo: Stefan Milk, Hellweger Anzeiger

Der KKK hat bereits einen Schritt getan, um die Ausgrabungsstätte bekannter zu machen und eine Tafel mit der Geschichte und Abbildungen erstellt und das Projekt auf den Weg gebracht. Sie soll am Klärwerk stehen und wird Bestandteil einer Radrundfahrt sein, die zu weiteren historisch bedeutsamen Stellen in und um Methler herum führen wird. Aber alle, die sich an dieser Diskussion beteiligen, sind sich darüber einig, daß am Ende idealerweise der Nachbau des Langhauses stehen muß, und zwar in der Nähe der Originalfundstelle. Das wird jedoch dauern (vgl. Bergkamen). Daher schlägt der KKK als verhältnismäßig leicht zu verwirklichende Zwischenstufe den Nachbau eines offenen germanischen Speicherhauses vor, in dem Modelle des Langhauses, weiterer Gebäude, die bei den Untersuchungen des Geländes im Juli 2014 lokalisiert werden konnten, Kopien von Fundstücken usw. ausgestellt werden könnten. Auf diese Weise würde der Bedeutung des Ortes Rechnung getragen, Spaziergängern und Radfahrern, die heute schon in großer Zahl dort zu finden sind, ein lohnendes Ziel geboten und ein Prozeß in Gang gesetzt, der dazu führen könnte, daß mittel– bis langfristig dort ein Nachbau des germanischen Langhauses stehen würde, als Gegenüber zur Holz-Erde-Mauer auf dem Römerberg in Oberaden. In Bergkamen würde man sich sicher darüber freuen, spielte sich doch zwischen 11 und 8 v.Chr. zwischen diesen beiden Lagern ein reger Verkehr ab. Ohne die Germanen hätte es die Römer dort gar nicht gegeben.

KH

Lothar Kampmann

Lothar Kampmann

„Der bewegte Mensch ist Ausdruck von Leben.“

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LK ist sicherlich einer der bekanntesten Kamener Künstler, vielleicht der bekannteste, und dennoch nahm in seiner Heimatstadt niemand Notiz davon, daß sich sein Todestag am 20. Januar 2013 zum 20. Mal jährte.

LK wurde am 11. Juli 1925 in Aachen geboren, wohin seine Mutter extra für seine Geburt von Kamen aus in ihre Heimatstadt zurückgefahren war. Schon während seiner Kriegsgefangenschaft begann er zu zeichnen, zumeist seine Mitgefangenen. 1954 schloß er ein Studium zum Kunsterzieher in Mainz ab und arbeitete auch einige Jahre lang in diesem Beruf. Nachdem er am Aufbau einer fundierten Lehrerausbildung im Fach Kunst maßgeblich beteiligt war, erhielt er erst eine außerordentliche, 1964 eine ordentliche Professur an der Pädagogischen Hochschule Dortmund, die später zur Universität, heute Technische Universität Dortmund, wurde. Er ist der Gründer der Altenakademie Dortmund, die heute noch Bestand hat.

Daß sich Anfang des Jahres niemand seiner erinnerte, erstaunt umso mehr, als sich zu Jahresbeginn wieder einmal eine Kontroverse um sein vielleicht bekanntestes Kamener Kunstwerk, den „Kömschen Bleier“, abspielte: ist er gegenwärtig am richtigen Ort in der richtigen Weise aufgestellt? Oder sollte doch noch ein anderer, besserer Ort gefunden werden, wo er, so wie seinerzeit von LK im Postpark selber, auf einem senkrechten Pfosten, besser für die Allgemeinheit sichtbar würde?

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„Kömscher Bleier”, 1968 (links) und 2013 (rechts)

Aber natürlich hat LK nicht nur den Bleier geschaffen, viel breiter ist sein Werk angelegt. Ein wenig davon soll hier vorgestellt werden.

Vielleicht sagt es etwas über uns Kamener aus, daß uns sein Werk so ans Herz gewachsen ist, daß wir uns erst jetzt, 20 Jahre nach seinem Tode, über die richtige Präsentation seines künstlerischen Erbes streiten. Zu seinen Lebzeiten überwog die Freude an seinen Skulpturen und Plastiken, waren sie doch immer auf eine Weise modern, ohne jedoch die von uns allen so vertraute Figürlichkeit aufzugeben.

Exemplarisch läßt sich das an den 16 Plastiken seines „Figurenparks“ in Bergkamen studieren: ihre Größe reicht von unter– bis überlebensgroß; die Übergänge zwischen den Körperteilen sind nicht organisch fließend, sondern deutlich abgesetzt; die Körper sind eckig, nur die Köpfe weisen Rundungen auf. Dennoch erkennt der Betrachter sofort, daß die Figuren lebendig wirken, nicht steif und leblos, auch wenn sie keine Hände und Füße haben.

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Großplastik „Trauernde” 1960er Jahre

 

Ganz anders wirkt sein Bronzeenvironment „Bergmannsleben“ in Methler. Diese Figurengruppe erzählt eine Geschichte, ganz in der Tradition der „alten“ Kunst: ein Bergmann wendet sich, als er sein Haus verläßt auf dem Weg zur Arbeit, noch einmal um und winkt seiner Familie zum Abschied zu (oder kommt er gerade zurück von dort und begrüßt er die Seinen?). Das Idyll wird vervollständigt durch seine Eltern, die auf einer Bank am Haus sitzen und ihren Lebensabend genießen. Im Garten steht eine „Bergmannskuh“, auf dem Dach des Hauses sitzen drei Tauben, die Rennpferde des Kumpels. Alle Elemente des Lebens einer Bergmannsfamilie vor 100 Jahren sind hier versammelt.

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„Bergmannsleben”, 1981

Hier und in seinen Gitterreliefs erweist sich LK als ein Sammler und

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Gitterrelief „Vergangenheit”, 1969

Bewahrer dessen, was die heimatliche Region einmal auszeichnete. Ist es in Methler das überkommene Bild der Bergmannsfamilie, das er bewahrt, so zeigt Südkamen, was LK an Geräten auf Bauernhöfen und in Werkstätten der Heimat gesammelt hat: Hufeisen, Schloß und Schlüssel lange vergangener Türen, Pumpenschwengel, Fuchsfalle, Waffeleisen, Kneifzange, Flachshechel und Pflugschar fügte er zu einem dekorativen Gitter zusammen, das den Betrachter gleich gefangennimmt und in vergangene Zeiten zurückversetzt. Mit seinen öffentlichen Kunstwerken wollte LK bewußt auch das „kulturlose Ruhrgebiet“ aufwerten. So schrieb er anläßlich des 5. Bergkamener Bilderbasars an Dieter Treeck, dessen Idee die bbb waren und der damit, wenn schon der Arbeiter nicht zur Kunst komme, die Kunst zum Arbeiter bringen wollte: „Die Kunst ging zum Betrachter. Das war doch die einfache Grundformel. … „Er (Anm.: der bbb) sollte ein Ort der Grundbildung im Sinne des Wortes sein. Auch eine Stätte der Weiterbildung, Bekanntmachung mit dem neuen Gedanken– und Formengut. Aber er hat sich zur Weiterbildung des Bildungsbürgertums gemausert, mit aller geistig hochmütigen Lukullhaftigkeit. … Lieber Herr Treeck, Ihre Idee vom bbb ist gut wie eh und je. Aber die Künstler haben sich nicht geändert. In zwölf Jahren nichts dazugelernt. … Die Künstler, ich eingeschlossen, haben entscheidend versagt und Sie damit im Stich gelassen.“ LK, der umgängliche Mensch, ein scharfer Beobachter und ein unerbittlicher Kritiker.

LK war unendlich großzügig, wovon seine Freunde und Bekannten mehr als ein Lied singen können. Wo immer er war, zu Hause, zu Besuch, an der Universität, immer hatte er einen Stift, eine Feder, Modelliermasse dabei. Immer zeichnete oder modellierte er, und für gewöhnlich ließ er diese spontan entstandenen Kunstwerke dort als Geschenk zurück, wo er sie gerade angefertigt hatte. Und zu Hause passierte es ihm einmal, daß er gedankenverloren sein Material knetete und formte und plötzlich feststellte: „Mann! Jetzt habe ich die Venus von Milo gemacht! Das geht ja überhaupt nicht!“ Und schuf etwas Neues.

Einmal machte LK sich nach Süddeutschland auf, im Auto eine Mappe mit Arbeiten, die in einer Ausstellung gezeigt werden sollten. Auf halber Strecke machte er bei einem Freund Rast, um dort zu übernachten. Der Freund war neugierig und bat darum, die Zeichnungen sehen zu dürfen. Voller Schreck stellte LK fest, daß er eine Mappe mit leeren Blättern mitgenommen hatte. Die Ausstellung konnte am nächsten Tag dennoch pünktlich eröffnet werden: LK hatte die ganze Nacht gezeichnet und genügend Blätter fertig bekommen. Als sein Freund ihn fragte, wieso er das so schnell könne, war die lapidare Antwort: „Dafür habe ich jahrelang geübt.“

Weitere künstlerische Betätigungsfelder, die aber nicht im öffentlichen Raum zu finden sind, sind seine Ölbilder

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Ölgemälde mit Applikationen, 1983

und seine Kleinplastiken, die seine Meisterschaft auch auf diesen Gebieten belegen. Ein immer wiederkehrendes Thema ist der weibliche Körper, nackt oder halbnackt. Seine Kleinplastiken zeigen sie sitzend, kniend, immer anmutig, wohlgestalt und ausbalanciert.

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Kleinplastik „Kniende Frauenfigur”, o.J.

Besonders entzücken aber immer wieder seine Rohrfederzeichnungen, auf denen er in wenigen genialen Strichen, stark reduziert, Figuren und Bewegungen erstehen läßt. Wie von magischer Kraft wird der Betrachter hineingezogen in das Bild und sieht plötzlich eine Dynamik, die beim ersten Blick verborgen war.  Und die dazu nötigen Rohrfedern schnitt er sich selber aus Schilf oder Bambus.

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Rohrfederzeichnung, ohne Titel, 1964

Und dann gab es noch den großen Didaktiker LK, der Dutzende Bände mit „Anleitungen für bildnerisches Gestalten“ veröffentlichte. Diese wurden in Kindergärten, Schulen und Familien so populär, daß einzelne Bände mehrfach aufgelegt wurden. In einem weiteren Werk faßte LK seine gesamten, umfangreichen Kenntnisse in Technik und Materialkunde zusammen. „Alles will gelernt sein, die Technik des Gehens und Bewegens wie die Technik des Sprechens.“ Und seine Lust zu experimentieren legte er in dem Buch „Aufforderung zum Experiment“ nieder, in dem er beschreibt, wie man neue, unkonventionelle Materialien für künstlerisches Schaffen nutzbar machen kann. Die meisten seiner Bücher wurden in viele Fremdsprachen übersetzt.

Allerdings liegt in seiner Experimentierfreude mit Materialien auch die Ursache für ein Problem, das wir heute mit manchen seiner Kunstwerke haben, da sich erst viel später gezeigt hat, daß seine Materialmischungen nicht immer zeitüberdauernd sind.

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Großplastik, ohne Titel, 1960er Jahre

Als LK den Entwurf für die Plastik „Mit anderen Teilen – Weiterführung des St. Martin-Themas“ anfertigte, war es so heiß, daß das Wachs weich wurde, zusammenfiel und seine Form verlor. LK war schon krank und konnte selber kaum noch Hand anlegen. Aber er ordnete sofort an: „Schafft die Plastik aufs Klo! Da ist es kühler.“ Danach mußte sie in die Gießerei nach Gescher geschafft werden und dort wieder aufgebaut werden. Schließlich wurde sie doch  fertig, und so steht sie seit 1992 in Selm-Bork.

Im Rückblick erweist LK sich als ein Künstler, der den Spagat zwischen Bewahrung der Tradition und Vision der Moderne schaffte. Er war ein Künstler, der in seiner Heimat fest verwurzelt war und von daher der Welt aufgeschlossen gegenübertreten konnte, ein Künstler, der die Welt der Kinder erweiterte und die der Erwachsenen bereicherte, denn

„Menschen sind für mich die absolute Wirklichkeit, nie Staffage.“

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Portätbüste, Bronze, ohne Jahr

Weitere Kunstwerke, die die künstlerische Bandbreite des Werkes Lothar Kampmanns zeigen:

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Holzschnitt, 1971, Weiblicher Torso, Weiblicher Akt (v.l.n.r.)

Frühe Malerei, 1959 (links)

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Lothar Kampmann, 1980

Text und Photos: KH

Einige der Informationen wurden der Schrift „1 Bildhauer, ein gewisser Kampmann“ von Georg Eggenstein entnommen, die er anläßlich des 80. Geburtstages von Prof. Lothar Kampmann im Jahre 2005 veröffentlichte.

Die zwei Porträtphotos von LK wurden von Frau Susanna Kampmann zur Verfügung gestellt. Die abgebildeten Kunstwerke (außer den Großplastiken, dem Relief, dem Bergmannsleben und der Porträtbüste) befinden sich in Privatsammlungen.

Helmut Meschonat

Helmut Meschonat

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In die Wiege gelegt war es ihm nicht, als Helmut Meschonat (HM) 1943 in Werries bei Hamm geboren wurde. Und auch als seine Familie 1954 nach Kamen zog, war es nicht absehbar. Zwar malte seine Mutter ein wenig, und beide Eltern hatte Verständnis dafür, daß es ihren Sohn Helmut immer wieder zu Papier und Zeichenstift zog, doch das war so, wie es eben immer ist: Kinder kritzeln gern, nennen es malen.  Augen und Ohren öffnete dem Jungen, der mittlerweile gar nicht schlecht zeichnete, erst sein Großonkel Fritz Heitsch (FH), der zu der Zeit Stadtdirektor in Kamen war. FH (vgl. Artikel über FH unter „Kamener Köpfe“) machte ihn mit Klassik, und seine beiden Söhne Werner und Klaus mit Jazz bekannt. FH zeigte und erklärte ihm Gemälde und Skulpturen bekannter heimischer Künstler – vor allem an Viegener konnte der Junge sich nicht satt sehen – kurz, er öffnete ihm die Welt. Die Welt, die HM für den Rest seines Lebens faszinieren sollte: er wurde musizierender Maler, die Kunst wurde sein Leben.

In dieser Zeit, in den 1950er Jahren, traf er Ulrich Kett und Heinrich Kemmer, beide künstlerisch interessiert, beide schon, wie HM, als Maler aktiv, und tat sich mit ihnen zusammen zur Gruppe „Schierferturm“, in einem Wort geschrieben, weil der Turm der Pauluskirche nicht nur schief war (und ist), sondern zu jener Zeit auch mit Schiefer gedeckt war. Weil die Jungs aber keinen Raum hatten, wo sie malen konnten, geschweige denn ein Atelier, vermittelte ihnen Stadtdirektor FH den Dachboden des damaligen Amtsgerichts (heute Haus der Stadtgeschichte) als Arbeitsraum, den die Gruppe selbst gestaltete.

Aber natürlich gab es nebenher auch ein „bürgerliches“ Leben. HM war 15 Jahre alt und wurde in die Lehre gegeben, wie das damals eben so üblich war. Doch wies die Lehre als Schaufenstergestalter im Kaufhaus Küster (heute Vögele) einen starken Bezug zum Künstlerischen auf, gab es doch keine Firmen, die komplette Schaufenstergestaltungen aus industriell gefertigten Teilen angeliefert hätten. Jedes Schaufenster mußte nach eigenen Entwürfen und mit selbst hergestellten Elementen gestaltet werden. Drei Jahre, von 1958 bis 1960, lernte er das Handwerk und schloß die Lehre erfolgreich ab, ein Jahr später als Uli Kett, der ebenfalls bei Küster gelernt hatte. Und der war es auch, der HM überzeugte, daß sie mehr aus ihrem Talent machen sollten. Sie bestanden, zeitversetzt um ein Jahr, die Aufnahmeprüfung an der Werkkunstschule Dortmund und schrieben sich dort ein. Zur Beruhigung der Eltern gab HM zu Hause an: Ich will Graphiker werden. Sie waren es zufrieden. Das schien ihnen ein Beruf zu sein, von dem man leben konnte.

Also gingen die zwei nacheinander zur Werkkunstschule nach Dortmund, wo sie sich in zwei Semestern die handwerklichen Grundlagen der Kunst aneigneten, die so wichtig sind, will man sich einmal in der Kunst frei bewegen, in der Freiheit von sich selbst auferlegten, selber formulierten Regeln, nicht in der Regellosigkeit, die heute oft mit Freiheit verwechselt wird.

Schon am 4. September 1960 gab es die erste Ausstellung in Kamen in der Pausenhalle der Martin-Luther-Schule. In den Ruhrnachrichten äußerte der Journalist Ulrich Schwarz seine Skepsis, daß die Ausstellung überhaupt Besucher anzuziehen vermöge, weil es moderne, d.h. wohl abstrakte, Kunst zu sehen gebe. Und auf seine Frage, ob HM und seine Freunde erwarten, Gemälde zu verkaufen, bejahen diese natürlich: „Aber nicht, weil es uns um Geld geht, sondern weil das heißt, daß Menschen das, was wir geschaffen haben, so sehr gefällt, daß sie es besitzen möchten.“

In Dortmund entdeckte der Junge, noch nicht einmal zwanzigjährig, endgültig seine Neigung und Begabung für die Malerei. Folgerichtig schloß sich ein zehnsemestriges Kunststudium an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin an, in der Klasse Professor Kuhn. Nach bestandener Abschlußprüfung folgte die Ernennung zum Meisterschüler und zwei Semester Meisterklasse bei Professor Jaenisch. Danach – Glückseligkeit. Ich bin Künstler!

Aber dann das Vakuum: was mache ich jetzt?

Jetzt war HM „fertiger Künstler“. Aber Malen ist, wie alle Kunst, nicht ein Ergebnis, sondern ein ständiger Prozeß, sonst wäre jedes folgende Bild nur ein Abklatsch eines vorhergehenden. Eigentlich beginnt jetzt erst die Suche nach dem persönlichen Stil. HM wollte „modern malen. Aber das ist schwer, und es kostet Anstrengung und Zeit, seinen eigenen Stil zu finden“, wie er selber es einmal zum Ausdruck brachte.

Nach Beendigung eines solchen Studiums kann man dann als freier Künstler arbeiten, doch ist es extrem hart, zu leben, zu überleben. Wer Puccinis „La Bohème“ kennt, weiß, daß es auf Dauer nicht geht, von Luft und Liebe zu leben, es will auch gewohnt und gegessen werden. Ein Brot– und Butterberuf mußte her.

Da traf es sich gut, daß zu der Zeit, nach 68, in allen Kultusministerien Aufbruchstimmung herrschte. Überall wurden neue Schulen gegründet, mehr Lehrer gebraucht, wurde der Fächerkanon erweitert. Wie viele andere zu jener Zeit auch – erinnert sich noch jemand an die „Mikätzchen“? – fand HM, ohne pädagogische Ausbildung, eine Stelle als Kunstlehrer an einer Bochumer Realschule. Inzwischen hatte er Gabi Elger geheiratet, die ebenfalls aus Kamen stammte und in Berlin bei Prof. Kuhn studiert hatte. Beide zogen wegen der neuen Stelle nach Bochum.

Das Dasein als Lehrer für Kunst läßt glücklicherweise Zeit für schöpferische Tätigkeit. Das eigene Malen kam also nicht zu kurz.

Schon als Student (wenn man einmal von der Kamener Zeit absieht) stellte HM aus, sogar noch einmal mit seinen Jugendfreunden aus Kamener Zeit, Uli Kett und Heine Kemmer, in der Galerie Pater in Mailand.

Man stelle sich das einmal vor: drei Kamener Jungs, noch Studenten, stellen ihre Werke in Mailand aus und werden international zur Kenntnis genommen! Ein italienischer Kunstkritiker schrieb damals über HM: „Helmut Meschonat kommt offensichtlich aus dem ersten russischen Futurismus und folgt präzis und ohne Zweideutigkeit einer Tradition. Seine Kompositionen, oft von echten Diagrammen und streng technischen Zeichnungen begleitet, sind enge Verwandte einer Funktionalität, die auf keinen Fall mit der Poesie befreundet ist, so wie wir sonst gewohnt sind, sie zu empfinden, haben auch – was koloristische Durcharbeitung betrifft, fast immer ins Schwarze getroffen. Seine Bilder haben eine vitale Kraft, welche auf jeden Fall den Autor charakterisieren.“

Und der künstlerische Werdegang von HM begann, Gestalt anzunehmen. Als Jugendlicher hatte er, wie seine beiden Freunde auch, alles gezeichnet, was ihm vor die Augen kam, mehr oder weniger realistisch, um Genauigkeit im Detail bemüht. „Wir malten uns durch die Kunstgeschichte.“ Während des Studiums machte die naive  einer reflektierten Herangehensweise Platz. Die Moderne brach auch über HM herein. Abstrakte Malerei war der Ausdruck der Zeit. Wer nicht abstrakt malte, galt als veraltet. HM malte abstrakt. Dann kam skulpturale Malerei auf, mit vielen obskuren Schriftzeichen verziert, etwas bombastisch „skripturale Elemente“ genannt.

2. 1964, Bild 6, Öl auf Lwd., aus der gleichen Serie wie die Skandalbilder in Unna

Abstrakte Malerei von 1964 mit skripturalen Elementen. HM ist auf Formensuche. In Kamen gemalt (HM)

Daraus resultierte der „Gemäldeskandal von Unna“. Der Kreis Unna hatte sich ein „hypermodernes Kreishaus“ (Hellweger Anzeiger) zugelegt und plante, DM 50.000 für Kunst auszugeben (das gab es damals: es sollte 1% der Bausumme für „Kunst am Bau“ ausgegeben werden!), damit die Büros der Mitarbeiter ansehnlich ausgestattet werden konnten, aber er wollte auch „Geld in Kunstwerken anlegen“ (HA, 23.9.1964), bevorzugt von heimischen Künstlern, um sie „ideell und materiell zu unterstützen“ (HA, a.a.O). Unter den angekauften Werken befanden sich auch zwei von HM, die für die Dienstzimmer der Dezernenten bestimmt waren: „Bemaltes Quadrat“ und „Erzählendes Weiß“. Und wie das so geht mit Bildern an der Wand: Betrachter betrachten sie. Und da glaubte plötzlich jemand mit dechiffrierendem Blick und hintergründiger Phantasie Wortgruppen zu erkennen: „Sie A … loch“, „doof“ und „Sie Mistvieh“. Und der Skandal war da! Verstärkt durch das allgemeine Unverständnis für abstrakte Kunst.

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Über diesen beiden Gemälde stritt man sich 1964 wochenlang in der Öffentlichkeit, in den Zeitungen und im Fernsehen (Photos: KH)

Daraufhin stritten Bürger und Politiker, Kreisverwaltung und Öffentlichkeit, Presse und Künstler wochenlang über Kunst, in Rede und Gegenrede, mit Kommentaren und Leserbriefen und in Interviews auch im Fernsehen. Was ist Kunst? Was soll sie? Was kann sie? Ist Kunst wichtig? Ist abstrakte Kunst überhaupt Kunst? Oder muß Kunst figürlich sein? Es wurde erbittert gestritten. Es war wunderbar. Ist das heute noch vorstellbar? Oder eher nicht mehr, weil wir dazu „erzogen“ wurden, daß sowieso „alles geht“? Daß Regellosigkeit zur Regel geworden ist?

Auf die Nachfrage des Autors bestätigt Thomas Hengstenberg, Kulturreferent des Kreises Unna, daß die fraglichen Gemälde noch im Besitz des Kreises Unna sind, jedoch z.Zt. nicht die Büros von Dezernenten schmücken, sondern im Magazin in Cappenberg lagern.

5. 1965, Safe für G., Dispersionsfarbe auf Lwd.

„Safe für G.“ & Photo Safebild X 1965 

6a. 1965, Safebild X, Dispersionsfarbe auf Nessel

1965, Dispersionsfarbe auf Leinwand, HM hat seine Form gefunden: monumental, symmetrisch, frontale Ausrichtung, der individuelle Farbauftrag, das Malerische ist verschwunden. Der Farbauftrag ist jetzt radikal glatt, unpersönlich. In Kamen gemalt. (HM)

6. 1966, Neomat, Dispersionsfarbe auf Lwd.

„Neomat”, 1966, Dispersionsfarbe auf Lwd., Maschinenformen als Bildmotiv, Geräte, das Funktionale unter anderen Aspekten gesehen, modifiziert; wichtig: keine erkennbare Funktion, Querschnitte, „Neomat“ ­- typischer Titel für diese Zeit, in Berlin gemalt. Stilistisch sind die Bilder nicht so direkt einzuordnen. Wenn man so will, auch eine gegenständliche Hard-Edge- Malerei mit kräftigen Farben. (HM)

In diesen abstrakten Gemälden deutet sich aber auch schon der nächste Entwicklungsschritt HMs an. Es sind bereits Formen zu erkennen, die in den folgenden Jahren große Bedeutung gewinnen sollten: seine Serie „Safebilder“ beginnt. In ständig variierten Darstellungen wurde der Safe in den Folgejahren zum zentralen bildgebenden Element in HMs Werken. Und Form wurde HM mit den Jahren immer wichtiger. Der Safe wurde von Maschinenquerschnitten abgelöst; es gab Lackbilder, in denen die dritte Dimension angedeutet wurde; die Darstellungsweise veränderte sich: in die Gestaltung des Himmels und der Wolken zogen Barockelemente ein. Diese Bilder kamen so gut an, daß die Bundesanstalt für Arbeitsschutz in Dortmund sieben von ihnen ankaufte.

7. 1968, Made in W. Berlin, Acryl auf Hartfaser

„Made in W. Berlin“  1968 Acryl auf Hartfaser, Darstellung von Maschinenquerschnitten wieder in der Frontalansicht, Schautafeln, Signalfarben. Ich glaube nicht, dass es sich um Pop-Art handelt. Mit diesen „Made-in …- Bildern“ wurde ich Meisterschüler. (HM)

Die späten 1970er Jahre waren für HM sehr erfolgreich: der damalige Bundespräsident Walter Scheel kaufte eins seiner Gemälde an, zwei wanderten ins Arbeitsministerium nach Bonn, wo sie für Norbert Blüm und Walter Riester bei ihren Interviews mit dem Fernsehen, dem „Spiegel“ und allen anderen den Hintergrund bildeten und so bundesweit bekannt wurden. „HM“ war immer dabei!

8. 1970, Abbildung 8, Lack auf Hartfaser, dieses Bild war u.a. i.d. Villa Hammerschm. ausgest.

„Abb. 8“  1970 Lack auf Hartfaser, Ansicht von Maschinen und Geräten, räumliche Darstellung, keine Schnitte mehr. Wenn man so will, eine Variante der Pop-Art. Eine etwas aufwändige Schabloniertechnik. Kühl und unromantisch. Gemalt in Bochum. Dieses u. andere Lackbilder waren in der Villa Hammerschmidt zu sehen. Begonnen habe ich mit diesen Bildern aber noch in Berlin, 1969. Sie haben immer den Titel „Abbildung …“ Also: die Dinge sind nicht die Dinge selbst, sondern nur Abbildungen. (HM)

1971 wurde seine Frau Gabi Elger (GE) von Frau Heinemann, der Frau des Bundespräsidenten Gustav Heinemann, zu einer Ausstellung in die Villa Hammerschmidt eingeladen. Das Präsidentenehepaar wollte junge Künstlerinnen fördern. Als man aber sah, was GEs Ehemann HM malte, wurde er ebenfalls eingeladen auszustellen. Dahinter stand die Empfehlung des Direktors des Bonner Kunstmuseums.

9. 1972, Siebdruck

„Siebdruck“ 1972 Nr.3.  Die Darstellungsweise der Lackbilder eignete sich besonders für den Siebdruck. 1972 entstanden mehrere Druckauflagen. Eine davon ging später an den Bochumer Kunstverein. Es sind eher Innenräume mit Bildschirmen, Cockpits vielleicht, jedenfalls technische Motive. (HM)

10. 1979, Bild 3, Acryl auf Lwd.

 „Bild 3“  1979 Acryl auf Lwd. Ab 1973 suche ich nach neuen oder anderen Möglichkeiten. Die unpersönliche, präzise Malweise muss beendet werden. Ich will jetzt Maschinen (natürlich!) in der Landschaft malen, romantische Ausschnitte von Landschaft, romantische Lichtführung, oft barocke Himmel und Farbgebungen, davor großen Platz in Anspruch nehmend Maschinen. Die Landschaft wird immer mehr verdrängt. Aus den Maschinen werden dann allmählich Maschinenarchitekturen, Industriearchitektur, immer anonym. (HM)

 Ein Kritiker schreibt dazu 1981: „Bedrohlich, monolithisch, unzerstörbar – so erscheinen die Bilder das Bochumer Künstlers Helmut Meschonat. … Doch die Natur bleibt in den Bildern Meschonats außen vor. Ein Stück düsteren Himmels bleibt sichtbar, die übrige Bildfläche nehmen die festungsartigen Industriebauten ein. Licht, Schatten und die reduzierte Verwendung von Farben verstärken den angsteinflößenden Charakter der Bilder. Dennoch: Keine direkte Aktion geht aus von den Werken, die gemalten Bauten wirken in ihrer versteinerten Ruhe eher archaisch, urzeitlich. Ihre Bedrohlichkeit liegt in ihrer raumgreifenden Kraft, ihrer machtvollen Präsenz. Pyramiden der Neuzeit. Geometrische Burgen der Technik, die verborgen bleibt. Als Industriebauten nur erkennbar an wenigen Attributen: Leitungen, Rohre, fehlende Fenster. … In der Beschränkung auf ein Thema liegt die gesammelte Stoßkraft seines Werkes, das unsere Lebenswelt auf individuelle Art reflektiert und sich aktuellen Kunsttendenzen nicht unterwirft.“

HM war inzwischen so erfolgreich, daß er mehrfach in Münster in den Ausstellungen „Westfälische Künstler“  vertreten war. Daher kannte man seine Arbeit dort. Das führte dazu, daß er eine Gastdozentur an der FH MÜnster erhielt und von 1983 bis 1986 Graphiker und Objektdesigner im Fach „Zeichnerische Darstellung“ unterrichtete.

11. 2005, Bild 2, Acryl auf Lwd.

„2005 Bild 2“  Acryl auf Lwd., immer wieder die gleiche oder ähnliche Thematik. Das Pfeilerelement taucht häufiger auf, auch durch die Perspektive mit drei Fluchtpunkten wirken die Bauwerke teilweise nicht mehr so stabil. Stark reduzierte Farben. Für die Stilrichtung dieser Bilder ab 1975 weiß ich keine Bezeichnung. (HM)

12. 1993, Bild 6, Acryl auf Lwd.

„Bild 6“ 1993  Acryl auf Lwd. Wie Bild 3, 1979. Licht und Schatten. Rätselhaftes Bauwerk, kleiner Naturausschnitt. (HM)

13. 2010, Bild 1, Acryl auf Lwd.

„Bild 1“ 2010 Acryl auf Lwd. Ab 2003 änderte sich teilweise die Sicht. Es sind eher Konstruktionen mit einer Draufsicht. Gebilde, die man nicht einordnen kann. Ab 2010 wird die Konstruktionsordnung aufgelöst und die Pfeiler u. Balken erscheinen eher ungeordnet, teilweise in kräftigen Farben. Es sind keine Bauwerke mehr. Symbole für das von Menschen Geschaffene und Zerstörte. Wie immer Licht und Schatten. (HM)

Danach fand er zu „seinem“ Thema: dreidimensional wirkende, sich selbst tragende „architektonische“ Bilder, auf seltsame Art abstrakt und figürlich-konkret zugleich. Dem Betrachter drängt sich der Eindruck auf, daß ein modernes Bild von HM genau so gut die Darstellung der Balkenkonstruktion des mittelalterlichen Turmhelms der Kamener Pauluskirche sein könnte.

14. 2011, Bild 4, Acryl auf Lwd.

„2011 Bild 4“  Acryl auf Lwd., wie 2010 (HM)

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 Dachstuhl im Helm der Pauluskirche, Kamen. Die Ähnlichkeit ist unübersehbar. (Photo: KH)

HM hat an Dutzenden von Ausstellungen teilgenommen, viele von ihnen juriert, mit hohen Ablehnungsquoten. Viele seiner Gemälde hängen in Privatsammlungen, aber auch in öffentlichen Sammlungen ist er gut vertreten: Stadt Kamen, Stadt Bochum, Senat West-Berlin, Schering AG. Berlin, Kreisverwaltung Unna, Kultusministerium NRW, Sparkasse Bochum, Stadt Düsseldorf, Industrie– und Handelskammer Bochum, Bundesministerium für Arbeit Bonn (jetzt Berlin), Bundesanstalt für Arbeitsschutz Dortmund.

16. 2012 Bild 4 Acryl auf Lwd.

„2012 Bild 4“  Acryl auf Lwd., Rückbesinnung auf Gebäudemotive. Kalte Farben, ab 2014 monochrom, Grau in Grau. Dadurch Konzentration auf die Form. Rätselhafte Bauwerke, deren Funktionen unklar bleiben. Menschen gibt es hier nicht. Stilrichtung? Realismus ist das ja auch nicht. (HM)

Wenn es wahr ist, daß alle guten Maler Bilder erzeugen, die im Gedächtnis bleiben, dann ist HM ein guter Maler. Seine zweckfreien „Bauwerke“ (1993 & 2005), monumental, bedrohlich, in kalten Farben gemalt, in eine unergründliche Tiefe weisend, sind solche Bilder. Bei aller grundsätzlichen Ähnlichkeit jedoch zeigen sie eine Entwicklung, auch wenn diese sich erst auf den zweiten Blick enthüllt. Im Hintergrund sind Grün, wenn auch nur als Silhouette und monochromes Blau, beide in starkem Kontrast zum Bauwerk. 12 Jahre später hat sich dieser Kontrast aufgelöst. Die hellen Farbtöne sind ausschließlich düsteren Farben gewichen, das Grün ist verschwunden, der Himmel nicht mehr monochrom, sondern in dem Gebäude angepaßten Farbtönen wolkenreich–drohend, deutlich barocke Himmelsdarstellungen evozierend.

Bis 2008, bis zum Alter von 65 Jahren, hat HM im Schuldienst gearbeitet. Nie hat er aufgehört zu malen, weniger geworden ist es schon. Er stellt nicht mehr so viel aus, auch geht er nicht mehr in so viele in Ausstellungen.

Dafür hat er jetzt mehr Zeit für sein Hobby. Während all der Jahre hat er nicht vergessen, es zu pflegen: den Jazz. Aber es beschränkt sich nicht auf das Abspielen und Anhören von LPs und CDs. Er ist aktiv. In seinem Zimmer zu Hause in Bochum stehen ein Tenor–, ein Alt– und ein Sopransaxophon, die alle gespielt werden. Dazu kommen eine B– und eine C-Klarinette, die ebenfalls deutliche Gebrauchsspuren zeigen. Seit 40 Jahren spielt er in wechselnden Gruppierungen, erst Dixielandjazz – zusammen mit den beiden Jazzveteranen der „primitiven” Pitt Fey (d) und Nelly Elger (bjo) in der neuen Formation „Six Town Seven” – dann auch andere Formen des Jazz, auch hier ging er mit der Zeit. Und immer noch tritt er mit Freunden ein paar Mal im Jahr zu einer „Mucke“ an, zum Jazzen. Da muß er improvisieren, erfinden, genau wie in seiner Malerei. Aber hier ist er mit anderen schöpferisch zusammen, die Einsamkeit des Malers wird durch die Bindung an das Ensemble ersetzt.

 

17. HM Klarinette

HM als Klarinettist

Auf grundsätzliche Fragen, den Künstler und die Kunst, seine Kunst betreffend, reagiert HM eher unwirsch: „Ich habe jetzt so lange darüber nachgedacht, daß ich gestehen muß: Keine Ahnung. Weiß ich nicht. Interessiert mich auch nicht.“ Und zeigt ansatzweise die Problematik einer solchen grundsätzlichen Fragestellung auf: Die Rolle des Künstlers in dieser Welt? – Aus welcher Sicht? In welcher Welt? – Es gibt nicht DIE Welt. Es gibt auch nicht DEN Künstler. Warum gilt der eine als großer Künstler, der andere nicht? Wer wollte objektiv die Rolle des Künstlers bestimmen?

Aber der Blick auf HMs künstlerische Entwicklung, wie sie sich in seinen Bildern zeigt, läßt schon einen spezifischen Blick auf die Welt erkennen. Zur Zeit des Wirtschaftswunders, als der Lebenszweck vieler Menschen sich in der Anhäufung von Wohlstand oder gar Reichtum erschöpfte, zeigen seine Bilder unterschiedlich große Safes.

Er malt keine Blumen, Natur kommt in seinen Bildern nicht vor. In einer Zeit, die technikgläubig war, glaubte, daß der Mensch sich durch Technik die Welt untertan machen könne, malte er Maschinen, die seine Gemälde dominieren, so wie sie das Leben beherrschten. Der Mensch arbeitete in Schichten, wie eine Maschine, im Rhythmus der Maschine, damit diese ausgelastet war. Der Mensch hatte sich nach der Maschine zu richten.

Und als er sah, wie die Krake Bebauung aus den Städten ins Land hinübergriff, wie immer mehr landwirtschaftliche Fläche mit Industriebauten und Supermärkten zugebaut wurde, eroberten monumentale Gebäude seine Bilder, menschenleer, immer düsterer, hinter denen Landschaft verschwand. Natur war endgültig durch Konstruktion, d.h., Menschengemachtes ersetzt.

So entstand ganz von allein eine „Ästhetik des Trostlosen“. Die Realität hatte sich HM aufgezwungen. Selbst wenn er vielleicht viel lieber Blumen gemalt hätte – es ging nicht.

Und den heutigen Künstlern, die alle Kunst nur als Kunst akzeptieren wollen, wenn sie politisch ist, entgegnet er brüsk: „Nein. Moderne Kunst muß nicht politisch sein.“ Vielleicht gehört HM damit in die länger werdende Reihe der Künstler, die einfach sagen: „Kunst ist da. Sie gehört zur Welt. Ist Teil der Welt. Ist Ausdruck der Welt.“

Aber vielleicht ist das ja dann doch wieder politisch?

KH

(Anm: Alle Photos von Kunstwerken, sofern nicht anders angegeben, stammen von HM selber. Die fett gedruckten Kommentare unter den Kunstwerken hat HM selber geschrieben. Das Porträtphoto und HM als Klarinettist hat HM selber zur Verfügung gestellt. Danke.)

gruppe schieferturm

Die Kamener Künstlergruppe „gruppe schieferturm“

Das Wort „Gruppe“ war Ende der 1950er Jahre beileibe kein so modisches Wort wie heute, da alles und jedes eine „Gruppe“ ist, oft auch eine „Group“. Zuerst nannten sich die drei Kamener Jungs – Heinrich Kemmer (HK), Helmut Meschonat (HM) und Ullrich Kett (UK) – die sich der Kunst widmen wollten, „malkasten schieferturm“, was bestimmt auch damals schon nicht nach Avantgarde klang, eher nach den von allen Schulkindern malträtierten Malkästen, die vor allem von der Firma Pelikan stammten.

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Die Kamener Künstlergruppe „Gruppe Schieferturm“:
Heinrich Kemmer, Helmut Meschonat, Ullrich Kett, 1962

Das Wort „Gruppe“ war Ende der 1950er Jahre beileibe kein so modisches Wort wie heute, da alles und jedes eine „Gruppe“ ist, oft auch eine „Group“. Zuerst nannten sich die drei Kamener Jungs – Heinrich Kemmer (HK), Helmut Meschonat (HM) und Ulrich Kett (UK) – die sich der Kunst widmen wollten, „malkasten schieferturm“, was bestimmt auch damals schon nicht nach Avantgarde klang, eher nach den von allen Schulkindern malträtierten Malkästen, die vor allem von der Firma Pelikan stammten.

Mit „schieferturm“ verbanden die drei auch einen kleinen Scherz, war doch der schiefe Turm der Pauluskirche damals auch schiefergedeckt. Gemeint war der allerdings nicht, sondern eher das kleine, zufällig schiefergedeckte Türmchen am alten Amtsgericht, dem Domizil der Gruppe (s.a. weiter unten). Und weil sie sich eben nicht auf den „Schiefen Turm“ der Pauluskirche beziehen wollten, schrieben sie die beiden Worte in eins, und die Betonung wechselte von der zweiten auf die erste Silbe. Der Namenswechsel von „Malkasten“ nach „Gruppe“ kam dann, als die Ausstellungen anspruchsvoller wurden, die drei im Ausland bekannt wurden.

Diese Gruppe fing bald an, eigene Ausstellungen zu organisieren, und die erste Ausstellung 1959 ist wohl auch ihr Entstehungsdatum unter diesem Namen. UK erinnert sich und kommentiert heute: „Es war die prinzipielle Unbescheidenheit von Laien.“ Organisation verlangt Arbeit, Zeit, Verbindungen, Verhandlungen, für 18jährige eine große Herausforderung. Doch da gab es in ihrem Umfeld Emile Künsch, einen umtriebigen Luxemburger, den es nach Kamen verschlagen hatte.

4. EK Porträt

Emile Künsch, der Manager der Gruppe

Er organisierte gern und nahm sich ebenso gern der Künstlergruppe Schieferturm an. Er sorgte dafür, daß die drei ein Atelier fanden, was umso leichter fiel, als der damalige Stadtdirektor Fritz Heitsch selber künstlerisch tätig war und daher Verständnis für den Nachwuchs hegte.

4. Port. FH

Fritz Heitsch, Stadtdirektor, Künstler, Gönner

So kam die Gruppe dazu, sich den Dachboden des damaligen Amtsgerichts, des heutigen Hauses der Stadtgeschichte, herrichten zu dürfen und verfügte von da an über einen künstlerischen Treffpunkt, der wesentlich dazu beitrug, daß ihre Freundschaft sich festigte (vgl.a. Artikel über Fritz Heitsch).

Eine Ausstellung der Gruppe vom 19. bis 25. Oktober 1964 im Zeichensaal der Glückauf-Schule erregte in zweierlei Hinsicht besonderes Aufsehen.

6. LK Porträt

Lothar Kampmann, Künstler und Förderer

Zum einen kritisierte der Eröffnungsredner, Prof. Lothar Kampmann (LK), die Stadt Kamen heftig, weil sich kein Vertreter von Rat und Verwaltung sehen ließ: „Bei Rassehunde– und Angorakaninchenausstellungen, da glaubt man, die Verbundenheit mit den Arbeitern bekunden zu können. Auch Künstler sind Arbeiter, nur mit dem Unterschied, daß sie auch noch mit dem Kopf was tun.“ Und daß die Stadt die Gruppe mit Geld unterstützt hatte, entlockte ihm nur ein knurriges: „Geld ist das wenigste. Und ich sehe gar nicht ein, daß sich die Künstlergruppe kniefällig für Almosen bedanken muß.“ Und selbst für die großzügige Geste der Stadt durch Stadtdirektor Heitsch, der Gruppe den Dachboden des Amtsgerichts zur Verfügung zu stellen, hatte LK nur einen ätzenden Kommentar übrig: „Das ist ein makabrer Ort, das Dachgeschoß eines Amtsgerichtsgefängnisses. Damit zeigt man, daß die Künstler außerhalb gesellschaftlicher Rangordnungen stehen.“ Immerhin erschienen, wenngleich verspätet, zwei Vertreter der Stadt, Stellvertretender Bürgermeister Hans Achtabowski und Jugendpfleger Edgar Hirt. So nahm die Veranstaltung dann in dieser Hinsicht doch noch ein versöhnliches Ende. Und im Verlaufe der Ausstellungswoche kamen auch noch Bürgermeister Beckmann, Ratsmitglied Fritz Rethage und Oberamtmann Bäcker in die Glückaufschule.

Zum anderen trat Kampmann aber auch einer in der Öffentlichkeit verbreiteten Unkenntnis und einem Mißverständnis entgegen: „Aus allen Länderecken hört man, daß das Gegenständliche wiederkommt, die Befassung mit dem Gegenstand wieder modern wird. Dann ist diese Ausstellung ja unmodern. Dem liegt ein Denkfehler zugrunde. Wer ‚Gegenstand‘ gehört hat, soll ‚Gestalt’ denken, und wer ‚Natur‘ gehört hat, soll sie als Inbild und Abbild verstehen. In den ausgestellten Bildern kommt das Elementarische, das hinter dem hantierbaren Gegenstand steht, zum Ausdruck. Die Künstler wollen nicht den groben, klobigen Gipsabguß oder die Nachzeichnung, damit sind sie nicht zufrieden. Sie befassen sich vielmehr mit der neuen Wirklichkeit, was für den Künstler ebenso schwer ist wie für den Betrachter.“ Er wunderte sich, daß die ausstellenden Künstler überhaupt noch in Kamen zu sehen seien statt in Berlin oder Kassel. „Provinzler können hier nicht kaufen, sondern nur Menschen, die eine künstlerische Tat suchen.“ Kunst war wohl damals wichtig, verursachte sie doch wiederholt breite öffentliche Diskussionen (vgl.a. Artikel über Helmut Meschonat und den „Gemäldeskandal von Unna“)

7. Schietu

von links: Ulrich Kett, Helmut Meschonat; von rechts: Emile Künsch, Dr. Krabs, Kreisdirektor und Förderer der Gruppe, Heinrich Kemmer bei der Ausstellung in Esch, Luxemburg

Freundschaft war die Grundlage der Gruppe, denn es gab keine förmliche Mitgliedschaft. Die drei verbrachten viel Zeit miteinander, sofern sie nicht beruflich getrennt waren. Sie malten, um sich künstlerisch entwickeln zu können, doch vor allem UK war es, der sich auch praktisch nützlich machte. Er malte Plakate! Wo gab oder gibt es das? Seit Toulouse-Lautrec unerhört! Ein Künstler malte jedes der 10 Plakate einzeln, mit wechselnden Motiven und Farben, die in der Regel Konzerte oder Tanztees (so hieß das damals) der recht beliebten Kamener Dixielandband „die primitiven“ (so hießen die wirklich; einen englischen Namen, wie sie schon für Jazzbands in Mode waren, wollten sie nicht) bei Bergheim ankündigten. Ob wohl noch ein paar solcher Plakate existieren? In irgendeinem Partykeller in Kamen? Populär genug waren die Band und UK und seine Plakate.

Und natürlich verbrachten sie nicht nur die Tage miteinander. Kamen war zu der Zeit die Stadt im Ruhrgebiet mit der höchsten Kneipendichte (1 Kneipe auf 260 Einwohner!), und es gab auch etliche eher anrüchige Etablissements. Klar, daß die drei die Kneipenszene nutzten, um realistische Detailstudien zu treiben, aus denen dann abstrakte Gemälde wurden, eine Art neuer, künstlerischer Wirklichkeit. Schließlich malte damals jeder Künstler, der „modern“ sein wollte, abstrakt. Und bei HK geronnen diese zu Skulpturen, die sich „an die alten Wurzeln antiker Bäume anlehnen.“ (Galeriedirektor Kahn zur Eröffnung einer Ausstellung der Gruppe in Dallas, Texas, 1967)

Aber die reale Realität nagte auch an dieser Künstlergruppe. Etwas zeitversetzt begannen HK, UK und HM ihr Kunststudium, erst an der Werkkunstschule Dortmund, dann an der Hochschule, später Universität der Bildenden Künste in Berlin. Nur HK blieb in Dortmund. So konnten sie sich nur noch während der Semesterferien sehen, was natürlich kein kontinuierliches gemeinsames Arbeiten und Gestalten mehr erlaubte. Statt Gruppen– gab es nun vermehrt Einzelausstellungen. Und es kam eine Entfremdung von Emile Künsch hinzu, der dann zu „Emil“ wurde. Allerdings hat sich die Gruppe nie förmlich aufgelöst. Heinrich Kemmer starb am 2. April 2014 in Hamminkeln. Ullrich Kett und Helmut Meschonat sind also eigentlich noch immer die originale „Künstlergruppe Schieferturm“.

Die heutige Gruppe „Künstlerbund Schieferturm“ hat nichts mit der alten Gruppe zu tun, aber der Name ist für eine Kamener Gruppierung wohl zu naheliegend. Die heutige Gruppe „Schieferturm“ hat sich diesen Namen  zugelegt,  wußte vielleicht   nichts vom Original.

Künstler, die mit der alten „gruppe schieferturm“ ausstellten, einige von ihnen mehrmals:

Rolf Birkner, Dortmund
Gabriele Elger, Kamen
Jürgen Gramse, Dortmund
Fritz Heitsch, Kamen
Gerhard Hoberg, Heeren
Gerhard Knoblauch, Berlin
Karl-Heinz Krüger, Fröndenberg
Ludwig Loschek, Kamen
Jörg Poppe-Marquardt, Berlin
Heinz Potthast, Kamen

Frühe Ausstellungsorte waren:

Schulen in Kamen;

In der Burg, Unna;
Galerie Pater, Mailand;
Städt. Galerie Esch, Luxemburg;
Kunst im Turm, Uni Dortmund;
Contemporary Fine Arts Gallery, Dallas, Texas

Gönner „in schwerer Zeit“ (UK):

Dr. Carl Baenfer, Landesmuseum Münster
Prof. Lothar Kampmann, Kamen
Dr. Krabs, Kreisdirektor Unna (ganz besonderer Förderer)
Emile Künsch, Kamen
Fritz Heitsch, Stadtdirektor in Kamen
Horst Schulze Bramey, Stadtbaumeister Kamen

KH